Die Geschichte von Vaals

Die Gegend um Vaals war schon früh besiedelt. Grabhügel aus der Bandkeramischen Kultur (5300 bis 4900 v. Chr.) wurden bei der Siedlung Raren gefunden und Reste einer römischen Villa bei Lemiers. Vaals wird in 1041 zum ersten Mal in einem Dokument erwähnt. Damals hieß der Ort Vals oder Vallis, was wahrscheinlich „Tal“ bedeutet.
1661 wurde Vaals der Republik der Vereinigten Niederlande zugewiesen. In dieser Zeit wurde die Verwaltung und das Gericht der Schöffen der heutigen Gemeinde Vaals verlegt nach dem Dörfchen Holset,  das im Mittelpunkt der Gemeinde lag. Viele Wohlhabende ließen sich daraufhin in Vaals nieder und machten aus Vaals eine blühende Industriestadt. Zu diesen Fabrikanten gehörte die Familie Von Clermont aus Aachen, die sich 1761 in Vaals niederließ und eine berühmte Tuchfabrik mit Abnehmern bis in Russland gründete. Der Zar von Russland, Peter der Große war 1717 bei den Von Clermonts zu Gast in Aachen. 1804 besuchte die Gemahlin von Kaiser Napoleon Bonaparte, Josephine de Beauharnais Vaals und Umgebung und verbrachte die Zeit auf dem Landsitz Schloss Blumenthal der Familie Von Clermont.

Vierländereck
Seit dem Wiener Kongress 1815 gehört Vaals zum Königreich der Niederlande. Seit 1661 hatte man sich nach Holland zu orientieren und musste die Korrespondenz auf Niederländisch erfolgen. Nach der Unabhängigkeitserklärung von Belgien im Jahre 1830 gehörte Vaals von 1830 bis 1839 zu Belgien. Seit 1839 gab es im Vaalser Preußwald ein Vierländereck mit den Grenzen von Preußen, den Niederlanden, Belgien und Moresnet (Neutral Moresnet). Die Straßenbezeichnung Viergrenzenweg in Vaals erinnert noch an diese Situation, die bis 1919 andauerte. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Neutral Moresnet 1919 dem Königreich Belgien zugeteilt. Beim Dreiländereck im Vaalser Preußwald wurden die Grenzen zwischen Belgien, Deutschland und den Niederlanden visualisiert.

Vaalser Naherholung
Bedingt durch die zunehmende Konkurrenz und die politische Abschottung des deutschen und belgischen Hinterlands stagnierte die industrielle Entwicklung in Vaals ab 1840. Während dieser Jahre wurde Vaals mehr und mehr zu einem Naherholungsort für Aachener. Vaals bekam in den Jahren 1905-1907 aufgrund seiner Spielbanken (Casinos) Monte-Carlo-Allüren und war daher berüchtigt.  Zur Wiederbelebung von Industrie und Tourismus sorgte ab 1895 die elektrische Straßenbahn von Aachen nach Vaals und ab 1924 die Straßenbahnlinie von Vaals nach Maastricht.

Butterfahrten
Nach dem 2. Weltkrieg blühte die Wirtschaft wieder auf. Deutsche kamen täglich zum Einkaufen nach Vaals. Diese ‚Butterfahrten’, wie sie im Volksmund genannt wurden, gibt es auch heute noch. Gegenwärtig ist Vaals eine Pendlerstadt, deren Haupteinnahmequelle der blühende Tourismus und ihre Funktion als Einkaufsort für Besucher aus der weiten Umgebung ist.

Das Wappen der Gemeinde Vaals